Jellouschek: Wie Partnerschaft gelingt

Irgendwann einmal erwischt es jeden: die Beziehung ist zu Ende, die Ehe steckt in der Krise, und man weiß weder ein noch aus. Aus dem Universum der Bücher, die in diesen Wendezeiten menschlichen Lebens Hilfen anbieten, ragen seit je die Bücher des Tübinger Psychotherapeuten Hans Jellouschek als unprätentiöse und konkret verwertbare Ratgeber heraus. In 21 kurzen Kapiteln werden die Grundprobleme menschlicher Partnerschaften – Eifersucht und Untreue, Dominanz, Aggression, „das Ende der Leidenschaft“ und  mehr – in ihren Grundstrukturen so aufgerissen, dass jeder Betroffene, der nicht vollkommen vernagelt ist, seine eigene Lebenssituation auf die Handlungshinweise Jellouscheks beziehen kann. Kern der Jellouschek’schen Psychologie, die sich stark an den Schriften von C.G.Jung orientiert, ist dabei die Warnung vor den „Schatten“, d. h. jenen uneingestandenen Bestandteilen des eigenen Selbst, die ein jeder an sich fürchtet und deswegen gern als Vorwurf in den anderen hineinprojiziert. Kein Wunder, dass der potentiell Untreue den anderen mit Misstrauen verfolgt und ihn so möglicherweise erst in die Untreue treibt. Treue aber, so der Autor, ist kein Wert von gestern, er ist der Unterpfand des Vertrauens, das wiederum das Grundkapital der Partnerschaft bildet. Wer dieses Vertrauen missbraucht und seinen Partner tief verletzt hat, sollte deswegen zweierlei tun: sein Fehlverhalten anerkennen und um Verzeihung bitten. Wenn er oder sie dazu nicht bereit ist, kann man sich jede weitere Beziehungsarbeit sparen. Denn da macht Jellouschek seinen Lesern nichts vor – es gibt auch Partnerschaften, bei denen alle Beziehungsarbeit am Ende nichts fruchtet und bei denen die Trennung vollzogen werden muss. Aber auch dann sollte nach der Verarbeitung der Trennung der ehemalige Partner irgendwann einmal „einen würdigen Platz im Herzen“ erhalten, denn unverarbeitete Trennungen sind wie Geschwüre, die mit ihrem Eiter auch die nächste Partnerschaft zerstören können. Ob dergleichen kranken Menschen das vorliegende Buch noch helfen könnte, mag man bezweifeln. Für alle Gesunden, die guten Willens sind, aber sind die „Spielregeln der Liebe“ nur mit Gewinn zu lesen.

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